Ein Stück Weltliteratur – Bahnwärter Thiel im Brandenburger Theater

 

Der Totensonntag bietet Zeit. um einfach mal ein gutes Buch in die Hand zu nehmen oder sich etwas vorlesen zu lassen. Die kleine Reihe ‚Märkische Leselust“ im Brandenburger Theater gibt dazu eine gute Möglichkeit, sich den Klassikern wieder einmal anzunähern. So wie dem Werk aus dem Jahre 1888. Ein junger Autor Berliner Vorort Erkner eroberte mit einer Novelle die Spitze der deutschen Literatur-Charts. Sein Name: Gerhart Hauptmann. Bahnwärter Thiel betitelt er sein heute wohl bekanntestes Buch nach der Hauptfigur Thiel. In einem Baihuwärterhaus an der Strecke nach Berlin macht er stupide seinen Dienst. Bis ihn das Schicksal mit dem Tod seiner Frau und der neuen Lebensgefährtin in seine Zwänge nimmt und ihn einem zerstörerischen Verfall aussetzt. Hans-Jochen Röhrig las im Foyer des Theaters die Novelle. Dem Bahnwärter Thiel ver-
setzt es gleich mehrere Schläge im Leben. Nachdem seine erste Frau im Kindbett verstirbt, vermählt sich Thiel mit der robusten Lene. Die resolute Frau lässt sich von Thje] nichts sagen und
nachdem ein zweiter Sohn geboren wurde, ergeht es auch dem kleinen Tobias aus erster Ehe schlecht, bis es zur Katastrophe kommt, und Thiel zum Mörder wird. Hans-Jochen Röhrig nahm
die Zuhörer mit auf die Zugfahrt durch das Leben des Protagonisten. Er fasste die Novelle geschickt zusammen, trotz allem unterhaltsam. Mit viel Emotjon hauchte er den Gestalten Leben ein, fabrizierte für die zahlreichen Zuhörer ein Knopfkino über ein Stück Weltliteratur. BRAWO vom 23.11.1